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Jambo Kenia

02 - Lake Naivasha & Masai Mara
Tag 2 - Donnerstag, 03.01.2013

Es ist noch mitten in der Nacht (05:30 Uhr, in Deutschland 3:30 Uhr) und wir müssen schon wieder aufstehen, denn heute haben wir etwas ganz besonderes vor. Wir wollen am Lake Naivasha Hippos gucken. Dafür kann man durchaus schon mal etwas früher aufstehen als sonst.

Die Zeit für das Frühstück ist mehr als knapp bemessen und so muss ich mit der ersten und wichtigsten Mahlzeit des Tages in einer halben Stunde fertig sein. Wie ich das hasse. Am liebsten lasse ich mir viel Zeit für das Frühstück – gerade im Urlaub. Und auch die zwei Tassen Kaffee so auf die Schnelle waren eigentlich viel zu wenig. Aber na ja – es soll hoffentlich die Ausnahme bleiben.

Nach ungefähr 1 Stunde kommen ir an diesem riesigen See an. Wir ziehen unsere knall-orangen Rettungswesten an und balancieren in diesem winzigen Langboot zu unserem Platz.



Dann geht es auch schon los und die ersten Hippos lassen auch nicht lange auf sich warten. Direkt hinter der ersten Biegung liegen bereits 4 ganz friedlich im Wasser. Das Fotoshooting kann beginnen.

Hinter der nächsten Biegung haben wir noch mehr Glück und sehen die Hippos an Land. Eines steht sogar. Ein phantastisches Motiv. Die anderen die da noch im Gras liegen sind leider etwas schwierig zu sehen, aber egal.



Dann geht es weiter. Vorbei an Kolonien von Kormoranen und sonstigen diversen Vögeln die am bzw. auf dem Wasser lieben. Wir sehen Pelikane und Störche. Gerade stellen wir uns die Frage ob es hier wohl auch een König der Lüfte gibt, da sehen wir ihn auch schon. Majestätisch sitz er auf dem höchsten Punkt eines Baumes. Der Weißkopfseeadler.

Paul, unser Bootsführer will für die Rückfahrt einige Fische besorgen die sich der Adler dann von uns füttern lässt. Wir sind schon sehr gespannt.

Auf einer kleinen Insel inmitten des riesigen Sees haben wir die Möglichkeit, einigen Tieren per pedes zu begegnen. Da der See momentan sehr viel Wasser führt wurden viele der Tiere die sonst hier leben umgesiedelt weil der Platz sonst nicht reichen würde. Giraffen, Wasserböcke, etc. sehen wir also nur aus großer Entfernung. Macht aber nichts, denn wir freuen uns alle schon auf das Erlebnis mit dem Seeadler und so klettern wir wieder in das Langboot und los geht’s.



Es dauert auch gar nicht lange bis wir den Adler sehen. Noch immer sitzt er im höchsten Baumwipfel. Aber offensichtlich hat dieser schon gegessen, denn er interessiert sich keine Spur für unseren leckeren Fisch. Macht aber nichts. Wir suchen uns einfach einen anderen. Den finden wir auch recht schnell und der nimmt unseren Fisch gerne. Und weil wir zwei Fische haben müssen natürlich auch zwei Weißkopfseeadler her. Kein Problem. Der zweite kommt sofort angeflogen. Beide holen sich die Fische, die unser Bootsführer ihnen zuwirft. Was für ein grandioses Schauspiel.



Nach anderthalb Stunden geht es weiter – zur Masai Mara. 4 Stunden Fahrt liegen vor uns.

Die Masai Mara ist Masai-Land. Mara ist Swaheli und bedeutet "Land" - 1.762 km² um genau zu sein - welches wir ziemlich fix und fertig und nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen.

Die Masai sind ein Normadenvolk und ziehen mit ihren Viehherden quer durch die Mara, ihr Land.
1.762 km² - da kann man sich schon gut verlaufen. Wie gut sollen wir am nächsten Tag am eigenen Leib erfahren.

Aber bleiben wir erst mal beim heute:

Die Mara Sopa Lodge wird für zwei Nächte unser Zuhause. Wir haben kurz die Gelegenheit unser Gepäck in den Bungalow zu bringen. Als der Security-Mensch der meine Tasche trägt die Türe öffnet bleibt mir beinahe die Luft weg. So was von atemberaubend schön ist der Bungalow. Ein riesiger Raum mit einem noch größeren Bett und dahinter in einem separaten Raum ein beinahe ebenso großes Badezimmer. In der Dusche kann man sich fast verlaufen wenn man nicht aufpasst. Alles im typischen Afrika-Style. Einfach toll. Hier lässt sich’s aushalten.

Um 16:30 Uhr erwartet uns unser Safari-Führer dann auch schon, um uns die ersten Eindrücke der Masai-Mara zu vermitteln.

Gerade als wir losfahren fängt es wieder an zu regnen. Es gab hier viel Regen in den letzten Tagen / Wochen. Die Erde ist richtig gehend aufgeweicht, einige Wege gar nicht befahrbar. Das macht jede Pirsch natürlich noch zu einem zusätzlichen Abenteuer. So nach dem Motto: kommen wir durch oder bleiben wir stecken?!

Wir sind kaum unterwegs da kommt der erste Funkspruch. Man hat Geparden gesichtet. Zacharias düst sofort in die angegebene Richtung. Just in dem Moment wo wir sie sehen – eine Mutter mit 3 Jungen liegt im Gras



– fängt es so richtig an zu regnen. Gute Fotos sind selbst für geübte Fotographen Glückssache. Aber was soll’s? Schließlich sieht man nur mit dem Herzen gut und jeder von uns wird diesen Anblick wohl zeit seines Lebens nie wieder vergessen. Und näher wird wohl auch niemand von uns jemals wieder an einen wilden Geparden herankommen.

Zacharias gibt sein Bestes und will noch näher heran, uns eine noch bessere Fotoposition bieten. Er hat sie gerade gefunden als vorne bereits die Erde unter dem Gewicht des Busses nachgibt. Wenn wir hier nicht sofort verschwinden werden wir bis zum Unterboden im morastig aufgeweichten Boden der Masai-Mara versinken und uns aus eigener Kraft nicht mehr befreien können. Da das nicht Sinn und Zweck der Übung ist fahren wir schweren Herzens weiter.

Allerdings werden wir kurz darauf sofort wieder belohnt. Mit einem Leoparden, der träge auf einem Ast eines Baumes faulenzt und sich auch von den blöden Touris nicht stören lässt. Wahrscheinlich wird er nicht verstehen was wir alle von ihm wollen *lach*





Das gibt’s doch gar nicht ! Kaum zwei Tage unterwegs auf Safari und schon können wir an 3 der Big Five einen Haken machen. Jetzt fehlen uns nur noch Löwe und Elefant. Ob wir die wohl morgen zu Gesicht bekommen? Vielleicht von ganz weit oben, denn morgen wartet das bisher größte Erlebnis meines Lebens auf mich. Ich werde Ballonfahrer. Ich kann gar nicht sagen wie aufgeregt ich bin !