">

Jambo Kenia

03 - Masai Mara im Heißluftballon
Tag 03 – Freitag, 04.01.2013

Früh um 3:45 Uhr Ortszeit (in Deutschland ist es gerade mal 1:45 Uhr !!) müssen wir aufstehen. Kurz ein bisschen Wasser ins Gesicht, Zähne putzen, anziehen und dann erwartet man uns auch schon an der Rezeption. Zum Glück haben wir noch die Zeit für einen schnellen Kaffee im Stehen bevor es losgeht.

Es ist noch stockdunkel. Aber es hat aufgehört zu regnen. Sehr vielversprechend ;-)

Nur im Licht der Scheinwerfer machen wir uns auf den Weg. Adventure Inc. taufe ich in Gedanken unser Unternehmen, denn die Fahrt ist ein absolutes Abenteuer. Kaum unterwegs erscheint die Silouette einer Giraffe im Scheinwerferlicht die mitten auf dem Weg steht.
Kurz darauf huscht ein großer Schakal noch kurz von rechts nach links.

Und noch ein kleines Stückchen weiter auf der Schlamm-Planning-Piste eine große Pfütze. Och – denken wir. Was soll’s? Wir haben einen Jeep. Der Jeep hat Allrad. Also mit Anlauf hinein. Aber leider nicht wieder raus. Wir stehen fest. Das linke Hinterrad dreht durch, schleudert Wasser und Matsch in den Radkasten und gräbt sich immer tiefer ein. Na super. Das hat uns gerade noch gefehlt. Mitten in der Nacht. Im Dunkeln. So fast ganz ohne Licht. Unser Driver allerdings ist ziemlich zuversichtlich da doch wieder rauszukommen. Vor und zurück. Vor und zurück. Zurück und wieder vor und noch mal zurück und wieder vor. Er schafft es tatsächlich *puh* - hatten wir uns doch schon schiebender Weise bis zu den Knien im Moderwasser stehen und mit Spritzwasser vollsabbern gesehen. Das ist uns zum Glück erspart geblieben.

Vom Ballon aus können wir später ziemlich gut sehen wie schlammig, modrig der ganze Boden ist...



Aufgrund der schlechten Wegverhältnisse brauchen wir natürlich wesentlich länger als sonst und aus den afrikanischen 30 Minuten werden mal locker 1,5 Stunden. Aber egal. Wir sind ja noch jung, wir können warten. Ach nee – das ist ja der Ballon der warten soll ! Und das tut er auch.

Auf dem Weg zur Wiese, auf der der Ballon schon vorbereitet wird, kommen wir noch am Weihnachtsmann mit Krippe vorbei.

Weihnachten auf afrikanisch - sehr stylisch *grin*



Noch immer in völliger Dunkelheit erreichen wir den Ballon, der – schon halb mit Helium gefüllt – sich langsam aufzurichten beginnt. Noch liegt der Korb auf der Seite. Immer wieder zischt eine große, helle Flamme in den Ballon. Helium.



Während sich der Ballon immer weiter aufbläst bekommen wir erste Instruktionen von Kapitän John, einem Australier. Sowieso sind wir sehr international. Eine isländische Familie, eine indische, ein Paar aus Nigeria und ein Ehepaar aus München.



Der Ballon hat den Korb aufgerichtet und wir können hineinklettern. Es ist ein großer Korb. Nicht so ein kleiner, wie man den vielleicht aus Deutschland kennt. 12 Leute passen hinein. Der Korb ist unterteilt in 4 Parzellen, in die immer 4 Personen hineinpassen. So ist für jeden eine optimale Fotoposition garantiert. Wir teilen uns unsere Parzelle mit Gudrun & Michael, dem Paar aus München.

Und dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, ist es endlich soweit. Der Korb verliert die Bodenhaftung, wir heben ab. Inzwischen ist es etwas heller geworden, obwohl die Sonne noch nicht aufgegangen ist.



Hurra ! Wir schweben ! Was für ein tolles Gefühl. Der Ballon steigt höher und höher.



Es ist gar nicht kalt. Durch das Gas, welches John immer wieder in den Ballon nachfüllt ist es sogar richtig warm. Alles stehen mit Kamera bewaffnet an der „Reeling“. Und was sehen wir? Nichts sehen wir. Man glaubt es kaum ! 1.762 km² - und nicht ein einziges sich bewegendes Etwas. Soweit man gucken kann gen Norden, Süden, Osten und Westen gähnende grüne Grasfläche. Außer einem kleinen Hasen, der ganz zu Anfang unter uns hinweghuscht ist weit und breit nicht ein einziges Tier zu sehen. Unglaublich, aber wahr. Aber auch das kann nicht jeder von sich behaupten: nur die Masai Mara, der Ballon und sein Schatten *lach*



In der Ferne sehen wir unseren Frühstückstruck und den Mara-Fluss. Ob wir den allerdings erreichen ist leider auch noch fraglich. Einen Ballon kann man halt nicht steuern. Quasi vom Winde verweht.

Kurz vor der Landung haben wir aber doch noch Glück und sehen eine Elefantenherde. Leider ziemlich weit entfernt für gute Fotos - oder vielleicht doch nicht?!



Und auch den Mara-Fluss erreichen wir nicht mehr. Wir setzen zur Landung an. Die ist, wider Erwarten, ganz sanft. Fast bemerkt man das Aufsetzen des Korbes auf dem Boden gar nicht.



Während wir von oben Ausschau nach Tieren jeder Art gehalten haben, haben unsere fleißigen Helfer mitten im Busch ein feudales Frühstücksbuffet für uns vorbereitet. Es gibt alles was das Herz begehrt.



Nach alter Ballonfahrer-Sitte werden wir zunächst mit einem Glas Sekt empfangen. Dann können wir uns über das Buffet hermachen. Ganz im englischen Stil gibt es Ham & Eggs, Würstchen, gebratene Tomaten, Bacon & Toast. Aber auch Cornflakes und Pancake. Kaffee & Tee und jede Menge anderer Getränke. Alkoholische und nicht alkoholische. Und natürlich Souveniers. Die dürfen selbstverständlich nicht fehlen.
Sogar an eine Toilette haben unsere Gastgeber gedacht.



DIE ist allerdings ebenfalls Adventure pur. Ein Loch in die Erde gegraben, eine Kloschlüssel drübergestellt, eine Zeltplane drum – feddisch ist *lach*

Nach dem Frühstück haben wir die Möglichkeit uns die Slide-Show von John anzuschauen. Am Ballon hing nämlich eine Kamera und hat das ganze in Bild & Ton festgehalten. John hat das dann noch mit Musik unterlegt und wenn wir wollen können wir eine CD kaufen. 40,00 Euro ist uns allerdings fast allen viel zu teuer. Dafür dass es leider keine Tiere zu sehen gab …

Nun sind wir echte Ballonfahrer ! Mit Zertifikat - *wow*