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Jambo Kenia

04 - Masai Mara, Frühstück bei Tiffany ...
… oder anders: Frühstück für die Löwen

Tag 04 – Samstag, 05.01.2013

Heute verlassen wir die Masai Mara, es geht zurück Richtung Mombasa mit Zwischenstop in Nairobi, wo wir eine Nacht in einem Hotel verbringen, bevor wir morgen weiterfahren zum Amboseli-Nationalpark.

Eigentlich wollten wir den direkten Weg nach Nairobi ansteuern, aber ein Funkspruch veranlasst Zacharias, unseren Fahrer, einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen. Er fährt mit uns noch einmal eine kleine Safari-Tour mitten in die Pampa. Uns freut es natürlich, obwohl wir noch gar nicht wissen was genau er eigentlich mit uns vor hat.

Anderthalb Stunden später sind wir schlauer. Wir entdecken einen Löwen der friedlich im Gras liegt.



Doch was ist das? Da ist noch ein weiterer Löwe. Und da – noch einer. Und noch einer. Und sogar 4 im Schatten eines Strauches.



Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus – wir befinden uns mitten in einem Löwenrudel. Überall verteilt im Schatten der Büsche Löwen. Wir können uns gar nicht entscheiden was wir zuerst fotografieren sollen. Der Stand der Sonne nimmt uns die Entscheidung ab. Die interessantesten Motive können wir wegen der tief stehenden, gerade aufgehenden Sonne gar nicht fotografieren. Sehr ärgerlich.
Zacharias will uns eine bessere Position verschaffen und fährt ein paar Meter weiter, dreht sich und kehrt wieder zu den 4 Löwen unter dem Strauch zurück. Zumindest hat er das vor. Leider hat jemand anderer andere Pläne mit uns und unser Safari-Bus fährt sich im Schlamm fest.



Aus eigener Kraft ist hier kein Rauskommen mehr. Und nu?! Aussteigen und schieben wäre eine Idee. Wären da nicht die vielen Löwen um uns herum. Der Motor orgelt und orgelt, die Kupplung fängt schon an zu stinken, aber wir stecken viel zu tief im Morast und sind darüber hinaus viel zu schwer beladen. Also doch aussteigen. Zu unserem Glück stecken wir so tief in der Schei… dass sich die Schiebetüre an der Seite des Safari-Busses nur ein paar Zentimeter öffnen lässt und dann auch im Schlamm stecken bleibt. *Puh*. Einzig Siggi, der heute vorne neben dem Fahrer sitzt kann aussteigen. 8 Leute im Bus und einer draußen der schiebt? Ob das wohl klappt? Wir anderen stehen alle am Ausguck und behalten die Löwen im Blick die schon ganz neugierig zu uns herüberschauen und ihr Frühstück in Augenschein nehmen. Die ersten stehen bereits auf. Da ! Was ist das da? Das da hinter dem anderen Safari-Bus?



Da tritt doch tatsächlich der Rudelführer auf den Plan, ein großes Löwenmännchen. Jetzt mach aber mal hinne ! Nee, mit dem schieben wird das nix. Ein anderes Safari-Auto muss uns herausziehen. Da bietet sich ein allradgetriebener Jeep förmlich für an. Und das klappt dann auch. Stecken bleiben inmitten eines Rudels Löwen – spitzen Leistung Zacharias !

Jetzt können wir uns auf den Weg nach Nairobi machen. Gegen 13:30 Uhr nehmen wir an einem großen Souvenier-Shop für die Touris unser Mittagessen ein. Als wir uns eine Stunde später wieder auf den Weg machen wollen hat der rechte Hinterreifen nur noch sehr wenig Luft, ist beinahe schon platt. Zacharias meint „Hakuna Matata“ – na wenn das mal gut geht. Immerhin sind es bis Nairobi noch mindestens 1 Autostunde und die Straßen sind nicht die besten. Wir melden unsere Bedenken an und Zacharias will uns beweisen wie unnötig unsere Sorgen sind und fährt ein paar Meter. Dabei scheint auch ihm klar zu werden, mit diesem Reifen kommen wir nicht mehr sehr weit.

Reifenwechsel ist also angesagt. Zu allem Überfluss zieht sich am Himmel auch noch ein heftiges Unwetter zusammen. Tiefschwarze Wolken, die sich jeden Moment entleeren. Zum Glück schaffen wir es noch vorher den Reifen zu wechseln. Das Werkzeug ist noch nicht ganz wieder verstaut, da fallen die ersten Tropfen vom Himmel. Wir sitzen gerade im Bus als sich die Schleusen öffnen. Es ist sogar Hagel dieses Mal. Was sind wir doch für „lucky people“ – gerade noch mal so eben geschafft. Was für ein Tag – und er ist noch nicht zu Ende.

Eine Stunde später als geplant erreichen wir also unser Hotel in Nairobi. Wir beziehen nur kurz unsere Zimmer und verschwinden dann sofort in der Shopping-Mall direkt gegenüber dem Hotel. Oder besser gesagt hinter dem Hotel. Viel Zeit haben wir nicht. Lediglich 1,5 Stunden bevor wir zum Abendessen abgeholt werden. Das Ding ist riesig. Den Supermarkt suchen wir zunächst vergebens. Jede Menge Shops. Aber alles Zeugs was wir nicht gebrauchen können. Wir hätten gerne den Supermarkt und einen Souvenier-Shop. Beides finden wir zuerst nicht und fragen die Security-Leute. Zweimal müssen wir fragen bevor wir wenigstens den Supermarkt finden. Auch den Souvenier-Shop finden wir irgendwann. Was wir suchen allerdings leider nicht. Egal. Die Shopping-Mal an sich war auch sehenswert.

Kurz auf’s Zimmer, duschen, umziehen und ab zum Abendessen. Wir wissen nicht was uns erwartet, werden quer durch die Stadt kutschiert. Nur dass es dort viel, viel Fleisch geben soll. 7 Sorten. Eigentlich 8. Lamm, Truthahn, Rind, Schwein, Krokodil, Strauß, Hähnchen. Das letzte wollte Zacharias uns nicht verraten. Viel Auswahl bleibt ja nicht mehr. Ich bin gespannt…

Uns erwartet ein Rodizio.



Die verschiedenen Fleischsorten sind auf Spießen über offenem Feuer gebraten und werden direkt über den einzelnen Tellern mit einem großen Messer geschnitten. Fleisch all you can eat. Dazu werden Beilagen wie Kartoffeln und Salate gereicht.

Irgendwann zwischendurch kommt jemand und fragt „Bullegg“ ? *hm* - wir verstehen nicht, deutliche Aussprache geht anders, und fragen noch mal. Was will der uns hier unterjubeln? Bulleneier? Das meint der nicht im ernst, oder doch? Doch – meint er. Petra, meine Reisebegleitung ist tapfer – ich verweigere. Ich MUSS nicht alles essen, nur alles wissen *grins*

Nach dem Essen wollen wir noch einmal in die Shopping-Mall weil wir heute Nachmittag so wenig Zeit hatten. Leider hat die schon zu und so bleibt uns nur ins Bettchen zu gehen. Macht aber auch nichts, denn um 6:00 Uhr in der Früh (4:00 Uhr deutscher Zeit) ist die Nacht schon wieder zu Ende.

In diesem Sinne – bis morgen ;-)