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Jambo Kenia

Freitag, 18. Januar 2013
05 - Amboseli
Tag 05 – Sonntag, 06.01.2013

Zu ziviler Zeit verlassen wir das Hotel in Nairobi und machen uns auf den Weg zum Amboseli-Nationalpark. Ca. 3 Stunden Fahrt liegen heute vor uns.

Wir sehen Mangobäume,



Bananen am Strauch? Oder wachsen Bananen auf Bäumen? Irgendwie sehen die bei uns ganz anders aus *gg*



Wie bzw. wo die Passionsfrüchte, auch Dracheneier genannt, wachsen sehen wir auch



Komisch ... ich hab' auch so ein Pflänzle zuhause auf der Terasse. Sieht ganz genauso aus. Nur wachsen da keine Dracheneier dran. So'n sch... - ich muss wohl mal ein ernstes Wörtchen mit dem Pflänzle reden ;-)

Ohne Pleiten, Pech und Pannen erreichen wir unser Ziel.

Gegen 12:00 Uhr kommen wir an. Was für ein Luxus. Richtig viel Zeit bis wir uns auf unsere erste Pirsch-Fahrt im Park machen. Den Kilimantscharo sehen wir leider nicht, er ist vollständig von Wolken umhüllt. Na ja – vielleicht haben wir später oder morgen mehr Glück.

Wir beziehen kurz unsere Zimmer und begeben uns dann zum Mittagessen. Eine super große Auswahl excellenter Speisen wartet auf uns. Wir wissen gar nicht wie wir uns entscheiden sollen und probieren einfach von allem.

Anschließend springen wir mit vollem Bauch in den Pool, der mit Wasser vom Kilimantscharo gefüllt ist wie uns der Service-Mitarbeiter erzählt. Erfrischend so ein Bad im Pool. Entspannend so viel Zeit zu haben. Man ohne Hetze und Eile genießen zu können.

Um 16:00 Uhr geht es los. Auch der Kili ist uns wohl gesonnen und schiebt die Wolken etwas nach unten. Zumindest die schneebedeckte Spitze können wir also sehen.



Sein kleiner Bruder liegt noch immer unter der Wolkendecke. Scheint kuschelig zu sein dort.

Viel ist nicht los im Park. Wir schauen links, wir schauen rechts. Sehen sehen wir aber nicht viel. Außer Elefanten. In Amboseli leben viele Elefanten. Sie verdrängen so langsam all das andere Wild weil sie deren Lebengrundlage futtern.

Schon fast wieder auf dem Heimweg bekommen wir doch noch ein Highlight präsentiert. Eine Herde Elefanten, die sich zuvor an einem Wasserloch getummelt hat ist auf dem Weg ins Abendquartiert, dem Busch. Hunderte von ihnen kreuzen unseren Weg. Es nimmt gar kein Ende. Große, kleine, dicke, dünne, graue, schwarze (noch nass vom Wasser), junge und alte. Ein grandioses Schauspiel. Ganz gemächlich trotten sie von einer zur anderen Seite und verschwinden schließlich in einer riesigen Staubwolke in den Büschen und Bäumen der Savanne.

Das ist aber auch das einzige was Amboseli zu bieten hat. Reicht aber auch. Dieses Bild wird wohl keiner von uns so schnell wieder vergessen.

Mal sehen was uns morgen erwartet, wenn wir uns in aller Herrgottsfrühe noch vor dem Sonnenaufgang wieder auf den Weg machen…



04 - Masai Mara, Frühstück bei Tiffany ...
… oder anders: Frühstück für die Löwen

Tag 04 – Samstag, 05.01.2013

Heute verlassen wir die Masai Mara, es geht zurück Richtung Mombasa mit Zwischenstop in Nairobi, wo wir eine Nacht in einem Hotel verbringen, bevor wir morgen weiterfahren zum Amboseli-Nationalpark.

Eigentlich wollten wir den direkten Weg nach Nairobi ansteuern, aber ein Funkspruch veranlasst Zacharias, unseren Fahrer, einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen. Er fährt mit uns noch einmal eine kleine Safari-Tour mitten in die Pampa. Uns freut es natürlich, obwohl wir noch gar nicht wissen was genau er eigentlich mit uns vor hat.

Anderthalb Stunden später sind wir schlauer. Wir entdecken einen Löwen der friedlich im Gras liegt.



Doch was ist das? Da ist noch ein weiterer Löwe. Und da – noch einer. Und noch einer. Und sogar 4 im Schatten eines Strauches.



Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus – wir befinden uns mitten in einem Löwenrudel. Überall verteilt im Schatten der Büsche Löwen. Wir können uns gar nicht entscheiden was wir zuerst fotografieren sollen. Der Stand der Sonne nimmt uns die Entscheidung ab. Die interessantesten Motive können wir wegen der tief stehenden, gerade aufgehenden Sonne gar nicht fotografieren. Sehr ärgerlich.
Zacharias will uns eine bessere Position verschaffen und fährt ein paar Meter weiter, dreht sich und kehrt wieder zu den 4 Löwen unter dem Strauch zurück. Zumindest hat er das vor. Leider hat jemand anderer andere Pläne mit uns und unser Safari-Bus fährt sich im Schlamm fest.



Aus eigener Kraft ist hier kein Rauskommen mehr. Und nu?! Aussteigen und schieben wäre eine Idee. Wären da nicht die vielen Löwen um uns herum. Der Motor orgelt und orgelt, die Kupplung fängt schon an zu stinken, aber wir stecken viel zu tief im Morast und sind darüber hinaus viel zu schwer beladen. Also doch aussteigen. Zu unserem Glück stecken wir so tief in der Schei… dass sich die Schiebetüre an der Seite des Safari-Busses nur ein paar Zentimeter öffnen lässt und dann auch im Schlamm stecken bleibt. *Puh*. Einzig Siggi, der heute vorne neben dem Fahrer sitzt kann aussteigen. 8 Leute im Bus und einer draußen der schiebt? Ob das wohl klappt? Wir anderen stehen alle am Ausguck und behalten die Löwen im Blick die schon ganz neugierig zu uns herüberschauen und ihr Frühstück in Augenschein nehmen. Die ersten stehen bereits auf. Da ! Was ist das da? Das da hinter dem anderen Safari-Bus?



Da tritt doch tatsächlich der Rudelführer auf den Plan, ein großes Löwenmännchen. Jetzt mach aber mal hinne ! Nee, mit dem schieben wird das nix. Ein anderes Safari-Auto muss uns herausziehen. Da bietet sich ein allradgetriebener Jeep förmlich für an. Und das klappt dann auch. Stecken bleiben inmitten eines Rudels Löwen – spitzen Leistung Zacharias !

Jetzt können wir uns auf den Weg nach Nairobi machen. Gegen 13:30 Uhr nehmen wir an einem großen Souvenier-Shop für die Touris unser Mittagessen ein. Als wir uns eine Stunde später wieder auf den Weg machen wollen hat der rechte Hinterreifen nur noch sehr wenig Luft, ist beinahe schon platt. Zacharias meint „Hakuna Matata“ – na wenn das mal gut geht. Immerhin sind es bis Nairobi noch mindestens 1 Autostunde und die Straßen sind nicht die besten. Wir melden unsere Bedenken an und Zacharias will uns beweisen wie unnötig unsere Sorgen sind und fährt ein paar Meter. Dabei scheint auch ihm klar zu werden, mit diesem Reifen kommen wir nicht mehr sehr weit.

Reifenwechsel ist also angesagt. Zu allem Überfluss zieht sich am Himmel auch noch ein heftiges Unwetter zusammen. Tiefschwarze Wolken, die sich jeden Moment entleeren. Zum Glück schaffen wir es noch vorher den Reifen zu wechseln. Das Werkzeug ist noch nicht ganz wieder verstaut, da fallen die ersten Tropfen vom Himmel. Wir sitzen gerade im Bus als sich die Schleusen öffnen. Es ist sogar Hagel dieses Mal. Was sind wir doch für „lucky people“ – gerade noch mal so eben geschafft. Was für ein Tag – und er ist noch nicht zu Ende.

Eine Stunde später als geplant erreichen wir also unser Hotel in Nairobi. Wir beziehen nur kurz unsere Zimmer und verschwinden dann sofort in der Shopping-Mall direkt gegenüber dem Hotel. Oder besser gesagt hinter dem Hotel. Viel Zeit haben wir nicht. Lediglich 1,5 Stunden bevor wir zum Abendessen abgeholt werden. Das Ding ist riesig. Den Supermarkt suchen wir zunächst vergebens. Jede Menge Shops. Aber alles Zeugs was wir nicht gebrauchen können. Wir hätten gerne den Supermarkt und einen Souvenier-Shop. Beides finden wir zuerst nicht und fragen die Security-Leute. Zweimal müssen wir fragen bevor wir wenigstens den Supermarkt finden. Auch den Souvenier-Shop finden wir irgendwann. Was wir suchen allerdings leider nicht. Egal. Die Shopping-Mal an sich war auch sehenswert.

Kurz auf’s Zimmer, duschen, umziehen und ab zum Abendessen. Wir wissen nicht was uns erwartet, werden quer durch die Stadt kutschiert. Nur dass es dort viel, viel Fleisch geben soll. 7 Sorten. Eigentlich 8. Lamm, Truthahn, Rind, Schwein, Krokodil, Strauß, Hähnchen. Das letzte wollte Zacharias uns nicht verraten. Viel Auswahl bleibt ja nicht mehr. Ich bin gespannt…

Uns erwartet ein Rodizio.



Die verschiedenen Fleischsorten sind auf Spießen über offenem Feuer gebraten und werden direkt über den einzelnen Tellern mit einem großen Messer geschnitten. Fleisch all you can eat. Dazu werden Beilagen wie Kartoffeln und Salate gereicht.

Irgendwann zwischendurch kommt jemand und fragt „Bullegg“ ? *hm* - wir verstehen nicht, deutliche Aussprache geht anders, und fragen noch mal. Was will der uns hier unterjubeln? Bulleneier? Das meint der nicht im ernst, oder doch? Doch – meint er. Petra, meine Reisebegleitung ist tapfer – ich verweigere. Ich MUSS nicht alles essen, nur alles wissen *grins*

Nach dem Essen wollen wir noch einmal in die Shopping-Mall weil wir heute Nachmittag so wenig Zeit hatten. Leider hat die schon zu und so bleibt uns nur ins Bettchen zu gehen. Macht aber auch nichts, denn um 6:00 Uhr in der Früh (4:00 Uhr deutscher Zeit) ist die Nacht schon wieder zu Ende.

In diesem Sinne – bis morgen ;-)



03.1 - Hinter den 7 Bergen, zu den 7 Zwergen...
Nachdem wir alle unser Zertifikat erhalten haben, trennen sich unsere Wege wieder. Die Inder fahren zurück und der Rest von uns steigt in einen anderen Jeep. Bevor wir unseren frühmorgendlichen Meeting-Point wieder erreichen bringen wir noch eben schnell das Paar aus Nigeria zu ihrer Lodge. Dort, wo wir am Morgen in den Ballon geklettert sind verabschiedet sich auch der Rest. Die Isländer und Gudrun & Michael fahren zurück zur Mara Sopa Lodge. Petra & ich sollen irgendwo auf Zacharias und den Rest unserer bisherigen Truppe stoßen. Zunächst verstehen wir es so dass Zacharias uns hier an diesem Meeting-Point einsammelt. Nur wann, das kann uns natürlich niemand sagen. Wir beschließen uns irgendwo hinzusetzen, etwas zu trinken und zu warten. Just in dem Moment wo wir unsere Cola Zero bekommen kommt jemand und sagt „Ready“ – na super. War ja auch nicht anders zu erwarten. Noch immer denken wir Zacharias ist angekommen. Wieder falsch gedacht. Man will uns ihm ein Stück entgegenbringen. So ungefähr eine 1/2 Stunde, meint unser Fahrer. Na das geht ja noch.

Wir fahren, fahren, fahren – auf der Autobahn … ach nee, Steppe trifft es wohl eher. Eine 1/2 Stunde, eine ganze Stunde, 1,5 Stunden. Macht ja nix. Ist spannend. Wir haben den ganzen großen Truck für uns alleine und sehen Giraffen, Elefanten, Strauße und jede Menge anderes Viehzeugs. Wo war das nur heute Vormittag? *grübel*
Ab und zu bleiben wir mal stehen und verweilen eine Zeitlang, in der Hoffnung unseren Safari-Bus irgendwo zu entdecken. Entweder hat der sich so klein gemacht dass man den im hohen Gras nicht mehr sehen kann oder der ist an einer ganz anderen Stelle als wir. Wie war das gestern noch? 1.762 km² - und wie groß ist wohl so ein Safari-Bus? Oki – wir suchen weiter.

Erst einmal finden wir aber ein Löwenrudel. 4 Löwenweibchen spielen Kriegen im Gras – zu schön. Jede Menge gutes Fotomaterial. Ein Stückerl weiter liegt ein junges Löwenmännchen im Gras. Zack ! Erlegt ! Mit der Kamera, versteht sich ;-)



Wir fahren weiter. Eine 1/2 Stunde, eine Stunde. Weit und breit nichts von unserem Safari-Bus zu sehen. Bei jedem weißen Auto fragt unser Fahrer „It’s your’s?“ (Sind sie das?) – NEIN ! Natürlich NICHT !

Dafür entdecken wir auf einem Baum einen ganz jungen Leoparden. Unglaublich. Schon der zweite in zwei Tagen. Der ist allerdings so klein und auch etwas weit weg dass wir ihn nur mit dem Fernglas gut sehen können. Aber egal. Die Mutter ist irgendwo Futter suchen, also auf der Jagd. Ganz so weit wird sie zwar nicht weg sein weil sie ihr Junges wohl nicht ganz so alleine auf dem Baum hocken lässt, aber bei den vielen Touris (ich glaube es stehen ungefähr 10 Safari-Busse vor dem Baum herum) wird sie sich sicherlich auch nicht blicken lassen.



Also fahren wir weiter – auf der Suche nach unserem Safari-Bus. Bevor wir den allerdings finden ist es viel leichter einen jagenden Geparden zu finden,



der ein Rudel Thompson-Gazellen auf’s Korn genommen hat. Leider können wir nur einen schnellen Schnappschuss erhaschen, da er sich ganz kurze Zeit später platt ins Gras drückt um sein vermeintliches Abendessen nicht zu verscheuchen.

Jetzt stellt unser Fahrer auch noch fest dass sein Akku leer ist. Besser geht’s eigentlich schon fast nicht mehr. Wie gut dass ich mein Mobiltelefon dabei habe und mir gestern Abend an der Rezeption noch einen Adapterstecker zum Aufladen geliehen hatte. Unser Fahrer ruft sein Büro an, bekommt von dort die Telefonnummer von Zacharias. Der sagt ihm er wartet hinter dem Berg auf uns. Doch hinter welchem? Hinter den 7 Bergen wohnen die 7 Zwerge oder wie war das noch gleich? Wir suchen weiter. Hinter dem nächsten Berg nix, hinter dem übernächsten Berg nix. Wahrscheinlich haben wir jetzt die gesamte Masai-Mara durchfahren als wir unsere Truppe dann doch noch finden. Direkt am Mara-Fluss. Moment mal? Am Mara-Fluss? Haben wir nicht ganz in der Nähe heute gefrühstückt? Also das hätten wir dann vermutlich sehr viel einfacher haben können. Was soll’s? Hatten wir wenigstens unsere Privat-Safari, alles gehen was es hier interessantes zu sehen gibt.

Sogar noch den Mara-Fluss, in dem sich jede Menge Flusspferde und Krokodile tummeln.





Leider auch wieder nicht so viele wie sonst weil der Fluss sehr viel Wasser führt.

Wir sind schon quasi auf dem Heimweg, da treffen wir ein anderes Safari-Auto. Der Fahrer erzählt Zacharias wohl irgend etwas von Löwen. Löwen? Hatten wir doch heute schon. Egal. Wieder zurück und Löwen suchen. Ihre Spuren hatten wir schon gesehen.



Dort wo wir Picknick gemacht und zu Mittag gegessen haben. Und die finden wir dann auch.

Mufasa



& Scar



– schlafender Weise. So nah dass wir sie fast hätten streicheln können, die großen bösen Mietzekatzen.

Krönender Abschluss eines königlichen Tages !



Donnerstag, 10. Januar 2013
03 - Masai Mara im Heißluftballon
Tag 03 – Freitag, 04.01.2013

Früh um 3:45 Uhr Ortszeit (in Deutschland ist es gerade mal 1:45 Uhr !!) müssen wir aufstehen. Kurz ein bisschen Wasser ins Gesicht, Zähne putzen, anziehen und dann erwartet man uns auch schon an der Rezeption. Zum Glück haben wir noch die Zeit für einen schnellen Kaffee im Stehen bevor es losgeht.

Es ist noch stockdunkel. Aber es hat aufgehört zu regnen. Sehr vielversprechend ;-)

Nur im Licht der Scheinwerfer machen wir uns auf den Weg. Adventure Inc. taufe ich in Gedanken unser Unternehmen, denn die Fahrt ist ein absolutes Abenteuer. Kaum unterwegs erscheint die Silouette einer Giraffe im Scheinwerferlicht die mitten auf dem Weg steht.
Kurz darauf huscht ein großer Schakal noch kurz von rechts nach links.

Und noch ein kleines Stückchen weiter auf der Schlamm-Planning-Piste eine große Pfütze. Och – denken wir. Was soll’s? Wir haben einen Jeep. Der Jeep hat Allrad. Also mit Anlauf hinein. Aber leider nicht wieder raus. Wir stehen fest. Das linke Hinterrad dreht durch, schleudert Wasser und Matsch in den Radkasten und gräbt sich immer tiefer ein. Na super. Das hat uns gerade noch gefehlt. Mitten in der Nacht. Im Dunkeln. So fast ganz ohne Licht. Unser Driver allerdings ist ziemlich zuversichtlich da doch wieder rauszukommen. Vor und zurück. Vor und zurück. Zurück und wieder vor und noch mal zurück und wieder vor. Er schafft es tatsächlich *puh* - hatten wir uns doch schon schiebender Weise bis zu den Knien im Moderwasser stehen und mit Spritzwasser vollsabbern gesehen. Das ist uns zum Glück erspart geblieben.

Vom Ballon aus können wir später ziemlich gut sehen wie schlammig, modrig der ganze Boden ist...



Aufgrund der schlechten Wegverhältnisse brauchen wir natürlich wesentlich länger als sonst und aus den afrikanischen 30 Minuten werden mal locker 1,5 Stunden. Aber egal. Wir sind ja noch jung, wir können warten. Ach nee – das ist ja der Ballon der warten soll ! Und das tut er auch.

Auf dem Weg zur Wiese, auf der der Ballon schon vorbereitet wird, kommen wir noch am Weihnachtsmann mit Krippe vorbei.

Weihnachten auf afrikanisch - sehr stylisch *grin*



Noch immer in völliger Dunkelheit erreichen wir den Ballon, der – schon halb mit Helium gefüllt – sich langsam aufzurichten beginnt. Noch liegt der Korb auf der Seite. Immer wieder zischt eine große, helle Flamme in den Ballon. Helium.



Während sich der Ballon immer weiter aufbläst bekommen wir erste Instruktionen von Kapitän John, einem Australier. Sowieso sind wir sehr international. Eine isländische Familie, eine indische, ein Paar aus Nigeria und ein Ehepaar aus München.



Der Ballon hat den Korb aufgerichtet und wir können hineinklettern. Es ist ein großer Korb. Nicht so ein kleiner, wie man den vielleicht aus Deutschland kennt. 12 Leute passen hinein. Der Korb ist unterteilt in 4 Parzellen, in die immer 4 Personen hineinpassen. So ist für jeden eine optimale Fotoposition garantiert. Wir teilen uns unsere Parzelle mit Gudrun & Michael, dem Paar aus München.

Und dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, ist es endlich soweit. Der Korb verliert die Bodenhaftung, wir heben ab. Inzwischen ist es etwas heller geworden, obwohl die Sonne noch nicht aufgegangen ist.



Hurra ! Wir schweben ! Was für ein tolles Gefühl. Der Ballon steigt höher und höher.



Es ist gar nicht kalt. Durch das Gas, welches John immer wieder in den Ballon nachfüllt ist es sogar richtig warm. Alles stehen mit Kamera bewaffnet an der „Reeling“. Und was sehen wir? Nichts sehen wir. Man glaubt es kaum ! 1.762 km² - und nicht ein einziges sich bewegendes Etwas. Soweit man gucken kann gen Norden, Süden, Osten und Westen gähnende grüne Grasfläche. Außer einem kleinen Hasen, der ganz zu Anfang unter uns hinweghuscht ist weit und breit nicht ein einziges Tier zu sehen. Unglaublich, aber wahr. Aber auch das kann nicht jeder von sich behaupten: nur die Masai Mara, der Ballon und sein Schatten *lach*



In der Ferne sehen wir unseren Frühstückstruck und den Mara-Fluss. Ob wir den allerdings erreichen ist leider auch noch fraglich. Einen Ballon kann man halt nicht steuern. Quasi vom Winde verweht.

Kurz vor der Landung haben wir aber doch noch Glück und sehen eine Elefantenherde. Leider ziemlich weit entfernt für gute Fotos - oder vielleicht doch nicht?!



Und auch den Mara-Fluss erreichen wir nicht mehr. Wir setzen zur Landung an. Die ist, wider Erwarten, ganz sanft. Fast bemerkt man das Aufsetzen des Korbes auf dem Boden gar nicht.



Während wir von oben Ausschau nach Tieren jeder Art gehalten haben, haben unsere fleißigen Helfer mitten im Busch ein feudales Frühstücksbuffet für uns vorbereitet. Es gibt alles was das Herz begehrt.



Nach alter Ballonfahrer-Sitte werden wir zunächst mit einem Glas Sekt empfangen. Dann können wir uns über das Buffet hermachen. Ganz im englischen Stil gibt es Ham & Eggs, Würstchen, gebratene Tomaten, Bacon & Toast. Aber auch Cornflakes und Pancake. Kaffee & Tee und jede Menge anderer Getränke. Alkoholische und nicht alkoholische. Und natürlich Souveniers. Die dürfen selbstverständlich nicht fehlen.
Sogar an eine Toilette haben unsere Gastgeber gedacht.



DIE ist allerdings ebenfalls Adventure pur. Ein Loch in die Erde gegraben, eine Kloschlüssel drübergestellt, eine Zeltplane drum – feddisch ist *lach*

Nach dem Frühstück haben wir die Möglichkeit uns die Slide-Show von John anzuschauen. Am Ballon hing nämlich eine Kamera und hat das ganze in Bild & Ton festgehalten. John hat das dann noch mit Musik unterlegt und wenn wir wollen können wir eine CD kaufen. 40,00 Euro ist uns allerdings fast allen viel zu teuer. Dafür dass es leider keine Tiere zu sehen gab …

Nun sind wir echte Ballonfahrer ! Mit Zertifikat - *wow*




Mittwoch, 9. Januar 2013
02 - Lake Naivasha & Masai Mara
Tag 2 - Donnerstag, 03.01.2013

Es ist noch mitten in der Nacht (05:30 Uhr, in Deutschland 3:30 Uhr) und wir müssen schon wieder aufstehen, denn heute haben wir etwas ganz besonderes vor. Wir wollen am Lake Naivasha Hippos gucken. Dafür kann man durchaus schon mal etwas früher aufstehen als sonst.

Die Zeit für das Frühstück ist mehr als knapp bemessen und so muss ich mit der ersten und wichtigsten Mahlzeit des Tages in einer halben Stunde fertig sein. Wie ich das hasse. Am liebsten lasse ich mir viel Zeit für das Frühstück – gerade im Urlaub. Und auch die zwei Tassen Kaffee so auf die Schnelle waren eigentlich viel zu wenig. Aber na ja – es soll hoffentlich die Ausnahme bleiben.

Nach ungefähr 1 Stunde kommen ir an diesem riesigen See an. Wir ziehen unsere knall-orangen Rettungswesten an und balancieren in diesem winzigen Langboot zu unserem Platz.



Dann geht es auch schon los und die ersten Hippos lassen auch nicht lange auf sich warten. Direkt hinter der ersten Biegung liegen bereits 4 ganz friedlich im Wasser. Das Fotoshooting kann beginnen.

Hinter der nächsten Biegung haben wir noch mehr Glück und sehen die Hippos an Land. Eines steht sogar. Ein phantastisches Motiv. Die anderen die da noch im Gras liegen sind leider etwas schwierig zu sehen, aber egal.



Dann geht es weiter. Vorbei an Kolonien von Kormoranen und sonstigen diversen Vögeln die am bzw. auf dem Wasser lieben. Wir sehen Pelikane und Störche. Gerade stellen wir uns die Frage ob es hier wohl auch een König der Lüfte gibt, da sehen wir ihn auch schon. Majestätisch sitz er auf dem höchsten Punkt eines Baumes. Der Weißkopfseeadler.

Paul, unser Bootsführer will für die Rückfahrt einige Fische besorgen die sich der Adler dann von uns füttern lässt. Wir sind schon sehr gespannt.

Auf einer kleinen Insel inmitten des riesigen Sees haben wir die Möglichkeit, einigen Tieren per pedes zu begegnen. Da der See momentan sehr viel Wasser führt wurden viele der Tiere die sonst hier leben umgesiedelt weil der Platz sonst nicht reichen würde. Giraffen, Wasserböcke, etc. sehen wir also nur aus großer Entfernung. Macht aber nichts, denn wir freuen uns alle schon auf das Erlebnis mit dem Seeadler und so klettern wir wieder in das Langboot und los geht’s.



Es dauert auch gar nicht lange bis wir den Adler sehen. Noch immer sitzt er im höchsten Baumwipfel. Aber offensichtlich hat dieser schon gegessen, denn er interessiert sich keine Spur für unseren leckeren Fisch. Macht aber nichts. Wir suchen uns einfach einen anderen. Den finden wir auch recht schnell und der nimmt unseren Fisch gerne. Und weil wir zwei Fische haben müssen natürlich auch zwei Weißkopfseeadler her. Kein Problem. Der zweite kommt sofort angeflogen. Beide holen sich die Fische, die unser Bootsführer ihnen zuwirft. Was für ein grandioses Schauspiel.



Nach anderthalb Stunden geht es weiter – zur Masai Mara. 4 Stunden Fahrt liegen vor uns.

Die Masai Mara ist Masai-Land. Mara ist Swaheli und bedeutet "Land" - 1.762 km² um genau zu sein - welches wir ziemlich fix und fertig und nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen.

Die Masai sind ein Normadenvolk und ziehen mit ihren Viehherden quer durch die Mara, ihr Land.
1.762 km² - da kann man sich schon gut verlaufen. Wie gut sollen wir am nächsten Tag am eigenen Leib erfahren.

Aber bleiben wir erst mal beim heute:

Die Mara Sopa Lodge wird für zwei Nächte unser Zuhause. Wir haben kurz die Gelegenheit unser Gepäck in den Bungalow zu bringen. Als der Security-Mensch der meine Tasche trägt die Türe öffnet bleibt mir beinahe die Luft weg. So was von atemberaubend schön ist der Bungalow. Ein riesiger Raum mit einem noch größeren Bett und dahinter in einem separaten Raum ein beinahe ebenso großes Badezimmer. In der Dusche kann man sich fast verlaufen wenn man nicht aufpasst. Alles im typischen Afrika-Style. Einfach toll. Hier lässt sich’s aushalten.

Um 16:30 Uhr erwartet uns unser Safari-Führer dann auch schon, um uns die ersten Eindrücke der Masai-Mara zu vermitteln.

Gerade als wir losfahren fängt es wieder an zu regnen. Es gab hier viel Regen in den letzten Tagen / Wochen. Die Erde ist richtig gehend aufgeweicht, einige Wege gar nicht befahrbar. Das macht jede Pirsch natürlich noch zu einem zusätzlichen Abenteuer. So nach dem Motto: kommen wir durch oder bleiben wir stecken?!

Wir sind kaum unterwegs da kommt der erste Funkspruch. Man hat Geparden gesichtet. Zacharias düst sofort in die angegebene Richtung. Just in dem Moment wo wir sie sehen – eine Mutter mit 3 Jungen liegt im Gras



– fängt es so richtig an zu regnen. Gute Fotos sind selbst für geübte Fotographen Glückssache. Aber was soll’s? Schließlich sieht man nur mit dem Herzen gut und jeder von uns wird diesen Anblick wohl zeit seines Lebens nie wieder vergessen. Und näher wird wohl auch niemand von uns jemals wieder an einen wilden Geparden herankommen.

Zacharias gibt sein Bestes und will noch näher heran, uns eine noch bessere Fotoposition bieten. Er hat sie gerade gefunden als vorne bereits die Erde unter dem Gewicht des Busses nachgibt. Wenn wir hier nicht sofort verschwinden werden wir bis zum Unterboden im morastig aufgeweichten Boden der Masai-Mara versinken und uns aus eigener Kraft nicht mehr befreien können. Da das nicht Sinn und Zweck der Übung ist fahren wir schweren Herzens weiter.

Allerdings werden wir kurz darauf sofort wieder belohnt. Mit einem Leoparden, der träge auf einem Ast eines Baumes faulenzt und sich auch von den blöden Touris nicht stören lässt. Wahrscheinlich wird er nicht verstehen was wir alle von ihm wollen *lach*





Das gibt’s doch gar nicht ! Kaum zwei Tage unterwegs auf Safari und schon können wir an 3 der Big Five einen Haken machen. Jetzt fehlen uns nur noch Löwe und Elefant. Ob wir die wohl morgen zu Gesicht bekommen? Vielleicht von ganz weit oben, denn morgen wartet das bisher größte Erlebnis meines Lebens auf mich. Ich werde Ballonfahrer. Ich kann gar nicht sagen wie aufgeregt ich bin !



01 - Gorillas im Nebel
Tag 1 – Mittwoch, 02.01.2013

Nach nicht ganz 8 Stunden Flug landen wir gegen 7:00 Uhr Ortszeit in Nairobi.
Wir freuen uns auf Sonne, vor Hitze flirrende Luft und strahlend blauen Himmel.
Doch was finden wir vor? Ein mit dunklen Wolken verhangender Himmel aus denen auch noch Regen fällt. Die Umgewöhnung von Deutschland fällt also nicht sonderlich schwer.
Immerhin können wir mit 7° mehr dienen. Zumindest in diesen frühen Morgenstunden.

Nachdem alle ihre diversen Gepäckstücke eingesammelt haben treffen wir unseren Safarie-Führer. Insgesamt wollen 14 Leute auf Großwildjagd gehen. Mit der Kamera versteht sich.
In einen Safarie-Jeep passen maximal 7 Leute. Perfekt. 14 : 7 = 2
Und so stehen draußen vor dem Flughafen dann zwei Jeeps für uns parat.
Moment mal?! 7 in jeden? Da stimmt doch irgend etwas nicht wenn wir 7 Paare sind.
Richtig. Ein Päärchen wird die Safarie zwar gemeinsam, aber leider nicht zusammen erleben können. Wer wird das wohl sein? Wieder richtig. Petra und ich wurden auf die beiden Busse verteilt. Was ist auch leichter als die beiden Personen zu nehmen die nicht mit dem selben Familiennamen aufwarten können?!

Allerdings spielen wir da nicht mit und ich glaube wir hätten uns demonstrativ noch auf dem Flughafen auf den Boden gesetzt und wären in einen Sitzstreik getreten.

Also quetschen wir uns erst einmal mit 8 Leuten in EINEN Jeep. Es geht. Ist aber ganz schön eng. Wie eng erleben wir als wir die ersten Fotos machen möchten. Es hat nämlich nicht jeder von uns einen Fensterplatz – so wie im Prospekt versprochen. Na ja. Auch egal. Schließlich war ich schon mal hier und Petra hat sowieso definitiv die bessere Kamera.

Es geht also los. In die morgendliche Rush-Hour von Nairobi. Ich bin immer wieder erstaunt mit wie wenig die Menschen hier zufrieden sind. Wir fahren vorbei an Wellblechbaracken, in denen Händler ihre Waren anbieten. Auf offenen Feuern wird am Straßenrand irgend etwas gebrutzelt. Viehherden rechts und links des „Highway“. Der Wahnsinn. Schlagloch auf Schlagloch im Asphalt und das nennt sich „Highway“. Ich für meinen Teil weiß ja bereits was uns noch an Streckenqualität bevorsteht. Behalte es allerdings für mich. Schließlich will ich den anderen nicht die Vorfreude nehmen *grins*

Nach ungefähr 50 Kilometern erreichen wir den „Graben Afrikas“.



Sehen können wir nicht viel, denn dichter Nebel hüllt das Tal ein.



Nebel? Da war doch was?! Ach ja – die Gorillas.
Die waren hier allerdings um ein Vielfaches kleiner. So a la Meerkatzen, die sich knapp oberhalb der Nebelsuppe auf einem Ast tummeln.



Irgendwie habe ich noch nicht das Gefühl in Afrika zu sein. Vielmehr erinnert mich die Vegetation und die Landschaft mehr an Kanada.

Wir sind auf dem Weg zum Lake Nakuro – auch der „rosa See der Flamingos“ genannt. Dort werden wir zu Mittag essen, uns ein wenig ausruhen und dann am Nachmittag noch einmal auf Pirschfahrt gehen. Ich bin gespannt.

Die Hinfahrt war schon recht vielversprechend.

Hey – was ist das?! Da läuft doch gerade ein Pavian locker flockig an meinem Balkon vorbei. Na ja – solange der sich heute Nacht nicht zu mir ins Bettchen legt … *lach*



Am Nachmittag machen wir uns auf zu einer Pirschfahrt rund um den Lake Nakuru und wir haben Glück. Wir sehen doch tatsächlich das ganz seltene Phänomen „viele Nashörner“ – im ganzen 10 Stück tummeln sich inmitten einer Herde Büffel und Gazellen.



Pelikane zuhauf, aber sehr, sehr wenige Flamingos. Das habe ich etwas anders in Erinnerung – schade.

Trotzdem ist die Ausbeute für diesen ersten Tag nicht schlecht. Zwei der Big Five können wir bereits abhaken. Fehlen uns noch der Löwe, der Gepard und der Elefant. Ob wir hier in der Masai-Mara Glück haben? Wir werden sehen …



Montag, 31. Dezember 2012
Karibu ist Swahili …
... und bedeutet übersetzt "Willkommen".

1994 war ich zum ersten Mal hier und es ist mir als wäre es gerade erst gestern gewesen.

Zu meinem Geburtstag war ich im Reisebüro und nun ist es eigentlich sicher - Anfang 2013 kehre ich zurück. Zurück in das Land, an welches ich vor beinahe 20 Jahren mein Herz verlor.

KENYA !



Und ich bin sicher ! Die Vielfalt Ostafrikas mit seinen freundlichen und zuvorkommenden Menschen, atemberaubenden Farben, überwältigenden Landschaften und der grandiosen Tierwelt werden mich auch dieses Mal verzaubern und in ihrem Bann gefangen halten.
Einen Teil davon werde ich sehen wenn ich mit einem Heißluftballon über der Masai-Mara dem Sonnenaufgang entgegenschwebe.
Ballon fahren über den Weiten der Masai-Mara - a dream become true !